Musica Sacra International Internationaler Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland Arbeitskreis Musik in der Jugend e.V. Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland Internationaler Arbeitskreis für Musik e.V. Pueri Cantores Verband Deutscher KonzertChöre e.V. Musica International
Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V.

Programmbuch der Tage der Chor- und Orchestermusik 2015 als Download erhältlich

Das Programmbuch der Tage der Chor- und Orchestermusik steht nun zum Download bereit. Auf 72 Seiten finden Sie detaillierte Infos zum Programm, den Künstlern und den Empfängern der Zelter bzw. Pro-Musica-Plakette 2015.

Ab Mitte kommender Woche wird das Programmbuch auch in gedruckter Form in Celle und bei den Veranstaltern bzw. Kooperationspartnern erhältlich sein.

Download: Programmbuch TCOM 2015

MAYBEBOP eröffnen Tage der Chor- und Orchestermusik -
bei freiem Eintritt!

Die Tage der Chor- und Orchestermusik 2015 beginnen mit einem echten Highlight! 

Die international erfolgreiche Vocalband MAYBEBOP gestaltet gemeinsam mit dem Jungen Vokalensemble Hannover das Eröffnungskonzert des diesjähren Musikfestes. Dabei zeigen die Jungs von MAYBEBOP, dass man auch zu viert die Congress Union Celle zum Beben bringen kann. Vier gute Freunde, zehn erfolgreiche Jahre, zwölf hörenswerte CD-Produktionen – das ist MAYBEBOP. Die Vocalband aus Norddeutschland sind Sebastian Schröder, Oliver Gies, Lukas Teske und Jan Bürger, vier Stimmcharaktere vom Countertenor bis zum Kellerbass, vier Bühnentypen, vier kommunikative Talente mit einem hohen Spaßfaktor. Die Europa-Premiere des aktuellen Programms WENIGER SIND MEHR feierte das Hamburger Publikum mit minutenlangen Standing Ovations.

Am 13. März (20 Uhr) kann man das neue Programm von MAYBEBOP bei freiem Eintritt in der Congress Union Celle erleben!

Man darf gespannt sein, welchen besonderen Act sich MAYBEBOP und das Junge Vokalensemble Hannover haben einfallen lassen, wenn sie gemeinsam auf der Bühne stehen!


MAYBEBOP - Der Erlkönig


Ausgebucht!

Für den Festakt zur Verleihung der Zelter- und Pro-Musica-Plakette durch Bundespräsident Joachim Gauck am 15. März in Celle sind derzeit keine Karten mehr verfügbar.

Derzeit ist nur die Aufnahme auf eine Warteliste möglich, falls Karten zurückgegeben werden. Sollten Sie daran Interesse haben, bitte melden Sie sich unter Angabe der persönlichen Daten aller Interessenten (Vorname(n), Name, ggf. Geburtsname, Geburtsdatum und -ort sowie Staatsbürgerschaft) per Email oder Telefon bei unserer Geschäftsstelle.

Für alle weiteren Veranstaltungen der Tage der Chor- und Orchestermusik vom 13.-15. März in Celle sind keine Tickets nötig und der Eintritt ist überall frei!

Zum Programm


Forum „Chorsingen in der Migrationsgesellschaft“

Vorträge und Diskussion im Rahmen der Tage der Chor- und Orchestermusik

In einer Zeit, in der Pegida, der Islamische Staat und der Anschlag auf Charlie Hebdo die Schlagzeilen bestimmen, stellt sich die Frage nach einem friedlichen Zusammenleben und gelungener Integration umso dringlicher. Die Amateurmusik als große Bewegung des

Bürgerschaftlichen Engagements mit 14 Millionen Aktiven verbindet Menschen quer durch alle Schichten der Gesellschaft. Integration ist damit per se fester Bestandteil des freizeitlichen Musizierens. Aber sind Migrantinnen und Migranten auch Bestandteil unserer Chöre und Orchester?

Die Tage der Chor- und Orchestermusik 2015 richten den Fokus auf das Thema der Migration in der Amateurmusik: Das Forum „Chorsingen in der Migrationsgesellschaft“ diskutiert, ob und wenn ja, wie Menschenmit Migrationshintergrund am weltweit einzigartigen immateriellen Kulturerbe der deutschen Chortradition partizipieren (können) und inwiefern dieses Erbe sich dadurch verändert. Im Mittelpunkt stehen hierbei u.a. Fragen wie: Können durch das Chorsingen Berührungsängste

zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, sozialen Schichten, Kulturbegriffen und Religionen abgebaut werden? Welche Rolle spielen die christlichen Wurzeln in der abendländischen Chortradition? Entstehen neue, integrative Chöre oder bleibt jeder für sich? Können die vielbeschworenen sozialen Faktoren des Chorsingen ein Mittel zur Integration sein, auch über Proben und Konzerte hinaus?

Die Grundlage für das Forum bildet das Forschungsprojekt „Chormusikkultur und Migrationsgesellschaft“ des Arbeitskreises Musik in der Jugend (AMJ), sowie das Projekt „Musica Sacra International“ der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V.

Das Forum „Chorsingen in der Migrationsgesellschaft“ findet statt am

Samstag, 14. März um 143 Uhr in der Ev.refomierten Kirche Celle 

Teilnehmer:

  • Prof. Christian Höppner | Präsident des Deutschen Kulturrats
  • Dr. Astrid Bernicke | Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
  • Prof. Dr. Raimund Vogels | Leiter des Studienzentrums für Musikethnologie und Weltmusik, HMTM Hannover
  • Pfrn. Dr. Verena Grüter | Lehrstuhl für interkulturelle Theologie, Augustana-Hochschule Neuendettelsau
  • Birgit Wendt-Thorne | Dozentin für Vokale Ausbildung, Universität Oldenburg
  • Dr. Karl Ermert | Bundesvorsitzender des Arbeitskreises Musik in der Jugend e.V. (AMJ)
  • Niklas Büdenbender | Projektreferent „Chormusikkultur und Migrationsgesellschaft“ des AMJ

Musikalische Umrahmung: Dilevin Emer | Kurdischer Gesang


15 Veranstaltungen - 36 Ensembles - 1000 Mitwirkende

An drei Tagen die Welt der Amateurmusik bei freiem Eintritt erleben

Am 3. Februar wurde in Celle das Programm der Tage der Chor- und Orchestermusik 2015 auf einer Pressekoferenz vorgestellt. Das wichtigste Fest der Amateurmusik geht in diesem Jahr vom 13. bis 15. März in der niedersächsischen Residenzstadt über die Bühne(n).

Hier der Pressetext im Wortlaut:

Wenn Bundespräsident Joachim Gauck am 15. März in der Congress Union in Celle die höchsten Auszeichnungen der Amateurmusik überreichen wird, geht damit ein einzigartiges musikalisches Wochenende zu Ende, das zeigt, warum das Chorsingen in deutschen Amateurchören erst jüngst in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

In insgesamt 15 Veranstaltungen an drei Tagen können die Bürgerinnen und Bürger aus Celle und der Region sowie aus ganz Niedersachsen und Deutschland das große Spektrum der vokalen und instrumentalen Amateurmusik erleben und spüren, warum diese besondere Form des Bürgerschaftlichen Engagements insgesamt 14 Mio. Menschen in der Bundesrepublik begeistert. So vielseitig wie die Musiklandschaft ist auch das Programm der Tage der Chor- und Orchestermusik 2015, mit 36 Ensembles und insgesamt ca. 1000 Mitwirkenden:

Das Eröffnungskonzert gestaltet am Freitag Abend mit dem Jungen Vokalensemble Hannover einer der besten Chöre Deutschlands. Dieser nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Weltreise und bietet Chormusik auf höchstem Niveau. Ein ganz besonderer und sehr prominenter musikalischer Überraschungsgast wird den Großen Saal der Congress Union zum Beben bringen. Der Samstag lenkt den Fokus zunächst auf ein Thema, das in Zeiten von Pegida und Charlie Hebdo umso aktueller erscheint: In einem Forum diskutieren der Präsident des Deutschen Kulturrats, Prof. Christian Höppner, der Musikethnologe Prof. Dr. Raimund Vogels sowie weitere hochrangige Vertreter aus Politik, Kirche, Wissenschaft und Gesellschaft das „Chorsingen in der Migrationsgesellschaft“. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Fragen, wie sich die Amateurmusik durch die Migration in ihren Strukturen verändert und welchen Beitrag das gemeinsame Musizieren zur Integration leisten kann?

Ein Ökumenischer Festgottesdienst in St. Marien erinnert an die Ursprünge der abendländischen Musiktradition in den Kirchen und Klöstern des Mittelalters, bevor die Nacht der Musik die Celler Innenstadt in einer Fülle von Konzerten erklingen lässt. Neben vielseitigen Instrumentalensembles konnten hierfür Dank der Kooperation mit dem Niedersächsischen Chorverband einige der besten Chöre der einzigartigen niedersächsischen Chorlandschaft gewonnen werden. Besondere Programmhighlights sind die Aufführung des Requiems Nr. 2 von Luigi Cherubini sowie der Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz in der Stadtkirche, Vocal-Jazz vom Feinsten mit Str8voices und anderen im Jazzclub „KUNST & BÜHNE“, ganz neue Klangwelten mit dem Handglockenchor Wiedensahl in der Katholischen Kirche St. Ludwig oder dem Siegener Gamelan-Orchester in der Ehrenhalle des Bomann-Museums. Auch viele Ensembles aus Celle sind zu erleben, wie der ortsansässige Shanty-Chor, der Junge Chor Celle sowie das Streicherensemble Celle. Ein musikhistorisches Ereignis ist die Wiederaufführung einer eigens für den Celler Rat geschriebenen Violinsonate des Barockkomponisten Ulrich Johann Voigt durch Bettina Ihrig im Schlosstheater. Die Nacht der Musik klingt bei einer Jam-Session mit vielen der eingeladenen Ensembles in „KUNST & BÜHNE“ aus.

Der Sonntag steht schließlich ganz im Zeichen des Besuchs von Bundespräsident Joachim Gauck. Der Festakt zur Verleihung der Zelter- und Pro-Musica-Plakette ist eine öffentliche Veranstaltung bei freiem Eintritt – wie schon das gesamte Wochenende. Lediglich eine kostenfreie Reservierung ist nötig (www.tagedermusik.de), damit jedermann den Festakt gemeinsam mit dem Staatsoberhaupt erleben kann. Stellvertretend für 26 Chöre und 8 Orchester im gesamten Bundesgebiet erhalten der Kirchen- und Projektchor an St. Lambertus aus Erkelenz die Zelter-Plakette sowie der Posaunenchor der Ev.-luth. Kirchengemeinde Munster die Pro-Musica-Plakette für mindestens 100 Jahre musikalische Tätigkeit aus den Händen des Bundespräsidenten. Die Chor- und Orchestermusik spielt im Festakt eine große Rolle und das Land Niedersachsen ist mit dem Mädchenchor Hannover, dem Jazzchor Vivid Voices sowie zwei niedersächsischen Landesauswahlensembles hier exzellent vertreten. Im Vorfeld der Veranstaltung begrüßt ein „Musikfoyer“ u.a. mit dem Jugendchor des KAV-Gymnasiums Celle die Gäste und den Bundespräsidenten.


Musik im Kontext von Migration und Integration

„Musica Sacra International“ als bundesweites Vorreiterprojekt für kulturelle und religiöse Vielfalt in der Amateurmusik – Gelebte Integration durch gemeinsames Musizieren

14 Millionen Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen machen hierzulande nach den neuesten Zahlen des Musikinformationszentrums (MIZ) in ihrer Freizeit Musik. Gleichzeitig spielt die musikalische Betätigung in allen Kulturen und Religionen der Welt eine herausragende Rolle. So stellt das freizeitliche wie professionelle Musizieren geradezu offensichtlich einen wichtigen sozialen Faktor der kulturellen und religiösen Vielfaltsgesellschaft in Deutschland dar. Im Dezember 2014 wurde das Chorsingen in deutschen Amateurchören in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Seit 1992 bringt das Projekt „Musica Sacra International“ Musiker aus den fünf großen Weltreligionen zusammen, um gemeinsam für Verständnis, Toleranz und Respekt zu werben. Nun hat die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V. (BDC) als Projektträger eine umfassende Neukonzeption beschlossen, die „Musica Sacra International“ zu einem Vorreiterprojekt für die kulturelle und religiöse Vielfalt in der Amateurmusik in Deutschland machen soll. Eine dezidiert bundesweite Ausrichtung bezieht hierbei die differenzierten gesellschaftlichen Voraussetzungen in der Bundesrepublik möglichst umfassend mit ein.

Im Kern der Neuausrichtung steht die aktive Beteiligung der AmateurmusikerInnen in Deutschland an allen Projektinhalten. Die BDC folgt damit ihrer Überzeugung, dass sich durch ein gemeinsames Musizieren mit Künstlern verschiedener Kulturen und Religionen das Wissen vermitteln lässt, welches nötig ist, um Berührungsängste und Barrieren abzubauen und wirkliches Verständnis füreinander zu schaffen. Durch gelebte Integration soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass ein friedliches Neben- und Miteinander der Religionen und Kulturen funktionieren kann.

Die BDC vertritt als Dachverband der vokalen Amateurmusik eine wichtige und weitreichende Bewegung des Bürgerschaftlichen Engagements. Die in der BDC vereinigten Verbände repräsentieren die Vielfalt der Amateurmusik in Deutschland im kirchlichen wie weltlichen Bereich und sind gleichermaßen ein Querschnitt durch die Bevölkerung. Zuhören, Verständnis, Respekt, Anerkennung des Andersartigen sowie  voneinander zu lernen sind die Voraussetzungen sowohl des erfolgreichen gemeinsamen Musizierens als auch des Zusammenlebens in der Gesellschaft. Daher erachten es die Verbände der BDC als eine zentrale Aufgabe der Amateurmusik, die für ein friedliches Miteinander nötigen sozialen Kompetenzen im musikalischen Bereich nach Kräften zu fördern und damit einen Beitrag für Bereiche des gesellschaftlichen Miteinanders zu leisten.

Die neugeschaffenen Bestandteile des Gesamtprojekts „Musica Sacra International“ sind so vielfältig, wie die Gesellschaft und umfassen mehrere Säulen:

  1. Das Kernprojekt in Marktoberdorf im Allgäu wird rund um die Pfingsttage 2016 AmateurmusikerInnen aus ganz Deutschland die Möglichkeit bieten, sich in zahlreichen hochkarätig besetzten Workshops sowie einem Projektchor mit international renommierten Chorleitern intensiv mit verschiedenen Aspekten des Musizierens sowie der Literatur verschiedener Kulturen und Religionen auseinanderzusetzen und die Ergebnisse öffentlich zu präsentieren. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen, Konzerten eingeladener Künstler sowie Education-Projekten runden das Angebot ab.
  2. In Kooperationsprojekten mit Partnern in verschiedenen Regionen Deutschlands werden die Inhalte des Kernprojekts auf die speziellen örtlichen Gegebenheiten in den jeweiligen Partnerregionen übertragen und durch eigene Angebote ergänzt. Die Amateurmusikszene vor Ort wird dabei im Zentrum des Geschehens stehen und aktiv an der Gestaltung mitwirken.
  3. Ein großangelegtes Forschungsprojekt wird sich mit den wissenschaftlichen Aspekten der Amateurmusik in der Migrationsgesellschaft beschäftigen und die theoretischen Grundlagen dafür liefern, inwieweit der gesellschaftliche Wandel die Voraussetzungen und Ausübung der Amateurmusik in Deutschland, als „Mutterland der Chormusik“ beeinflusst. Aus den Ergebnissen können fundierte Handlungsempfehlungen für Politiker, Verbände und andere am Amateurmusikleben beteiligte Gruppen gegeben werden.

Koordiniert wird das neue Gesamtprojekt von einem dreiköpfigen Leitungsteam: Thomas Rabbow, Pfarrerin Dr. Verena Grüter sowie Prof. KMD Jürgen Budday werden in den kommenden Jahren ihre individuellen Stärken und Erfahrungen einbringen und das ambitionierte Konzept mit lebendigen Inhalten füllen. Durch die Einbeziehung eines Kompetenzbeirats sowie politischer, kultureller und wissenschaftlicher Institutionen auf Bundesebene in die Gestaltung des Projekts soll eine höchstmögliche Reichweite sowie Akzeptanz geschaffen werden, damit „Musica Sacra International“ ein umfassendes Projekt für die Gesellschaft werden kann.


Die deutschen Amateurchöre sind Kulturerbe!

Würdigung der tiefen gesellschaftlichen Verwurzelung der Chormusik im Rahmen der UNESCO-Konvention

Der deutschen Amateurchorlandschaft mit ihren ca. 60.000 Ensembles und über zwei Millionen Sängerinnen und Sängern wurde eine besondere Ehrung zuteil: Im Rahmen der entsprechenden UNESCO-Konvention wurde die „Chormusik in deutschen Amateurchören“ in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit ist diese traditionsreiche Bewegung des Bürgerschaftlichen Engagements eine von 27 kulturellen Ausdrucksformen, die aus insgesamt 83 Vorschlägen nach einem langen Auswahlverfahren gleich in der ersten Runde die Aufnahmehürde genommen haben.

Dass die Amateurchormusik diese hohe ideelle Würdigung erfahren kann, ist der Antragsstellung des Verbandes Deutscher KonzertChöre (VDKC) zu verdanken. Die im Dachverband der Amateurchorverbände, der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V. (BDC),vereinigten Verbände und die BDC selbst haben den VDKC-Antrag in allen Phasen unterstützt und können sich nun gemeinsam mit allen Sängerinnen und Sängern über das Ergebnis freuen. Zu danken ist der Erfolg auch der prominenten Unterstützung durch die Gutachter Prof. Dr. H.c. Hartmut Haenchen, Prof. Dr. Martin Petzoldt sowie einer extern eingebrachten Unterstützung durch Prof. Dr. h.c. Kurt Masur.“

Der Präsident des VDKC, Prof. Ekkehard Klemm, zeigt sich erfreut über die Aufnahme: "Das ist ein guter Tag für die Musik und ihre Tradition und tägliche schöpferische Weiterentwicklung in Deutschland. Es ist auch ein wichtiges Signal gegen die vielen Tendenzen kulturellen Abbaus, künstlerischer Ausdünnung der Regionen und damit auch musikalischer Verarmung der so wichtigen Amateurszene gerade in diesem Bereich."

Die zuständige Expertenkommission würdigt die Chortradition als Kulturform, die „tief in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt [ist]. Die kreative Aneignung von Text und Musik sowie die künstlerische Vitalität der Menschen werden durch die Aktivität der Chöre mobilisiert. Gleichzeitig richtet sich die Praxis des Singens auf identitätsstiftende Gemeinsamkeiten und öffentliches Wirken. Kulturelle Tradition, gesellschaftlicher Aufbruch und lebendiges Engagement durchdringen sich bei der Pflege der Chormusik in den deutschen Amateurchören. Sie stellen einen Kern der Musiktradition, des Musiklebens und der Musikpflege in Deutschland dar.“

Kulturelle Verödung im Land des musikalischen Kulturerbes stoppen!

Neben der Amateurchormusik wurden von der Kommission auch die „Sächsischen Knabenchöre“, das „Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung“ sowie die „Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft“ in das nationale Verzeichnis aufgenommen. Dies zeigt, welches immense kulturelle Erbe die die musikalischen Traditionen in der Bundesrepublik darstellen. Dies ist als dringender Appell an die Politik zu verstehen, eine weitere Verödung der Kulturlandschaft nicht zuzulassen, sondern diese wertvollen Schätze nicht nur zu bewahren, sondern auch zukünftig nach Kräften zu fördern.

Wenngleich die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO nicht mit direkten finanziellen Vorteilen verbunden ist, so kann diese nun auch offiziell anerkannte nationale Bedeutung als Argumentationshilfe gegenüber allen Partnern in der alltäglichen Arbeit genutzt werden.

Alle Informationen zur UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes sowie eine vollständige Liste aller aufgenommenen Ausdrucksformen sind unter http://www.unesco.de/immaterielles-kulturerbe.html zu finden.


Exklusives Weihnachtskonzert in Stötten wird Benefizkonzert

Spendeneinnahmen kommen Förderverein und Kirchengemeinde zugute

Das Weihnachtskonzert der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände e.V. (BDC) und ihrer Marktoberdorfer Festivals am 14. Dezember (16 Uhr, St. Peter und Paul, Stötten am Auerberg) wird nun als Benefizkonzert stattfinden können. Das Ensemble Mixtur hat sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt, die Spendeneinnahmen aus dem Konzert zu gleichen Teilen dem Förderverein Internationaler Chorbegegnungen im Allgäu e.V. sowie der Kirchengemeinde Stötten am Auerberg zur Verfügung zu stellen.

Simon Pickel, Generalsekretär der BDC freut sich, „dass unser wunderbares Weihnachtskonzert nun auch ein kleines Dankeschön für den Förderverein der Pfingstfestivals werden kann. Der Förderverein hat uns in den vergangenen Jahren großartig unterstützt und wir wollen durch das Benefizkonzert einerseits ein kleines Bisschen von dieser Unterstützung zurückgeben und zum anderen darauf aufmerksam machen, dass unsere beiden Aushängeschilder im Allgäu noch viele weitere Förderer nötig haben, um ihnen eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen. Ebenso möchten wir uns auf diesem Wege bei der Kirchengemeinde Stötten am Auerberg als Gastgeber unserer Weihnachtskonzerte im vergangenen und in diesem Jahr bedanken und ich bin sicher, dass wir mit unserer kleinen Spende dort viel Gutes bewirken können. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an das Ensemble Mixtur, das meiner Initiative so unkompliziert und großzügig zugestimmt hat.“

Der Förderverein Internationaler Chorbegegnungen im Allgäu e.V. unterstützt die internationalen Begegnungsfestivals Musica Sacra International und Internationaler Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf. Er fördert die Kontaktpflege und die Begegnung von Kulturschaffenden aus aller Welt sowie die Zusammenarbeit bei Projekten im Rahmen der Musikpflege. 1. Vorstand des Fördervereines ist Europa-Parlamentarier Markus Ferber.

Weitere Infos zum Förderverein unter www.chorverbaende.de/de/modfestivals/foerderverein.html


14 Millionen Laienmusizierende in Deutschland

MIZ veröffentlicht Daten zu Musizierenden im Amateurbereich

Mindestens 14 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in ihrer Freizeit oder singen in einem Chor. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), ein Projekt des Deutschen Musikrats, das im Rahmen eines neuen Schwerpunktangebots zum Laienmusizieren Studien und Bevölkerungsumfragen unterschiedlicher Forschungsinstitute sowie eigene Erhebungen ausgewertet hat. 

Danach lässt sich für den Bereich des instrumentalen Laienmusizierens ein Anteil von rund 13 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren nachweisen, das entspricht rund 9 Millionen Menschen, die ein Musikinstrument spielen. Etwa 4 Millionen singen in einem Chor oder einem anderen Ensemble. Naturgemäß kommt es jedoch zu Überschneidungen in den beiden Gruppen. 32 Prozent der Sängerinnen und Sänger geben an, ebenfalls ein Musikinstrument zu spielen, so dass sich die Summe der Musizierenden ab 14 Jahren insgesamt auf rund 12 Millionen beläuft. Hinzu kommen hochgerechnet mindestens 2 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 13 Jahren, die regelmäßig singen, ein Instrument spielen oder sich anderweitig musikalisch betätigen. 

Verbände organisieren 3,7 Millionen Laienmusizierende

Über ein Fünftel der deutschen Amateurmusikerinnen und -musiker, das sind rund 3 Millionen, ist in den Verbänden des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens aktiv. Hinzu kommen etwa 700.000 Musikbegeisterte, die als fördernde Mitglieder die Entwicklung der Verbandstätigkeiten unterstützen und begleiten. Insgesamt verzeichnen die Laienverbände damit rund 3,7 Millionen Mitglieder. Mit 2,2 Millionen gehört ein großer Teil den Chorverbänden an, die insgesamt 60 Prozent der Verbandsmitglieder organisieren. Zwei von Dreien zieht es dabei in weltliche Chöre, während sich im kirchlichen Bereich jedes dritte Mitglied engagiert. Die Bandbreite der mittlerweile stark ausdifferenzierten Chorlandschaft reicht vom klassischen Männergesangverein über Gospel- und Barbershop-Chöre bis hin zu so genannten Showchoirs, die Popmusik, Elemente des Musicals und andere Vokalmusik kombinieren und mit Tanz und Bühnenchoreografie aufführen. 

Die Vielfalt und Ausdifferenzierung der Ensembles, die bei den Chören zunehmend zu beobachten ist, war schon immer auch ein Kennzeichen des instrumentalen Laienmusizierens. Die rund 1,5 Millionen Verbandsmitglieder des instrumentalen Laienmusizierens spielen in Akkordeonorchestern, Sinfonie- und Streichorchestern, Zupforchestern und Zithermusikgruppen sowie in verschiedenen kirchlichen Instrumentalgruppen. Die meisten jedoch sind in Blasorchestern und Spielmannszügen engagiert, die mit fast 80 Prozent den höchsten Mitgliederanteil unter den Verbänden des instrumentalen Laienmusizierens aufweisen.

Die Gewinnung von musikalischem Nachwuchs nimmt in den Laienverbänden mittlerweile einen hohen Stellenwert ein. Insgesamt 800.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene musizieren zurzeit in den Verbänden. Die Anzahl derjenigen, die in verbandlich organisierten Chören singen, liegt aktuell bei 380.000 oder 17 Prozent der aktiven Sängerinnen und Sänger. Etwas höher zeichnet sich dagegen die Zahl der jungen Leute ab, die in einem Verein ein Musikinstrument spielen. Über die Hälfte der aktiven Mitglieder der instrumentalen Laienmusikverbände, rund 420.000, sind im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. 

Über die Mitglieder der Verbände des instrumentalen und vokalen Laienmusizierens hinaus sind weitere Gruppen von Amateurmusikerinnen und -musikern statistisch erfassbar. Dazu zählen vor allem die Musikschüler an Musikschulen des VdM mit über einer Million Schülerinnen und Schülern sowie die jährlich rund 95.000 Teilnehmer an musikpraktischen Kursen der Volkshochschulen. Des Weiteren erhalten nach einer Hochrechnung des Deutschen Jugendinstituts 340.000 bis 450.000 der 9- bis 12-Jährigen und 500.000 bis 630.000 der 13- bis 17-Jährigen Unterricht bei Privatmusiklehrerinnen und -lehrern; hinzu kommen Schülerinnen und Schüler an privaten Musikschulen sowie Privatschüler in den Altersgruppen außerhalb der 9- bis 17-Jährigen, über die derzeit jedoch keine Daten vorliegen. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die in Schulorchestern und chören, Bands und anderen Ensembles der allgemein bildenden Schulen musizieren, beläuft sich nach Hochrechnungen des MIZ auf insgesamt ca. 820.000.

Neues Informationsangebot zum Laienmusizieren im Internet

Die aufgeführten Daten sind Teil eines neuen Schwerpunktangebots des MIZ, das über die vielfältigen Facetten und Ausdifferenzierungen der Chor- und Ensemblelandschaft, über gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen sowie über Fördermaßnahmen und Fortbildungsangebote im Bereich des Laienmusizierens informiert. Im Zentrum des Angebots steht ein neuer Fachbeitrag, ergänzt durch zahlreiche Grafiken und statistische Zeitreihen, die eine zusätzliche Ausdifferenzierung beispielsweise nach Altersgruppen oder demografischen Merkmalen ermöglichen. Darüber hinaus werden Detailinformationen u.a. zu Fragestellungen oder Stichprobengrößen der einzelnen Untersuchungen vermittelt. Informationen zur Infrastruktur des Laienmusizierens runden das neue Angebot ab. In diesem Zusammenhang hat das MIZ ein Verzeichnis von Wettbewerben, Preisen und Stipendien im Amateurbereich erstellt, in dem allein über 200 bundesweite Fördermaßnahmen erfasst wurden. 

Erreichbar ist das neue Schwerpunktangebot zum Laienmusizieren in Deutschland unter:
http://www.miz.org/fokus_laienmusizieren.html.

(Quelle: Pressemitteilung des MIZ, 13. November 2014, www.miz.org)


25 Chöre für die Zelter-Plakette vorgeschlagen

Großes Interesse bei den Kirchenchören

Der Empfehlungsausschuss für die Verleihung der Zelter-Plakette hat für das Jahr 2015 insgesamt 25 Chöre für diese höchste Ehrung im vokalen Amateurmusikbereich vorgeschlagen. Das Gremium mit Vertretern der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (BDC), des Deutschen Chorverbands (DCV), der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BMK) sowie der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) konnte dabei alle eingereichten Anträge mit einem positiven Votum an die zuständigen Landesministerien und schließlich an das Bundespräsidialamt weiterleiten. Sollte Bundespräsident Joachim Gauck den Empfehlungen folgen, können die vorgeschlagenen Chöre im kommenden Jahr die Ehrung entgegen nehmen. Der zentrale Festakt ist dabei traditionell Bestandteil der Tage der Chor- und Orchestermusik, die in 2015 vom 13.-15. März in der niedersächsischen Residenzstadt Celle stattfinden werden. Die für den Festakt notwendigen kostenfreien Karten können ab sofort beim Veranstalter reserviert werden (www.tagedermusik.de). 
 
Bemerkenswert war im diesjährigen Antragsverfahren der hohe Anteil der kirchlichen Chöre, die sich um eine Verleihung der Zelter-Plakette beworben haben. Mit insgesamt 19 Chören stellen der Allgemeine Cäcilienverband (ACV) sowie der Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (CEK) das Gros der Anträge und fangen Teile des Rückgangs auf, der aufgrund des vor 100 Jahren tobenden Ersten Weltkriegs zu erwarten war. Die Zelter-Plakette ist dabei das weltliche Pendant zur Palestrina-Medaille, die im katholischen Bereich für 100-jährige kirchenmusikalische Tätigkeit verliehen wird. Die Regularien und Voraussetzungen beider Ehrungen sind weitestgehend identisch, so dass eine Auszeichnung mit der Zelter-Plakette für Trägerchöre der Palestrina-Medaille ohne einen nennenswerten zusätzlichen Aufwand zu erreichen ist. 
 
Hierzu der Generalsekretär der BDC, Simon Pickel: „Dass es aus den Jahren des Ersten Weltkriegs keine Antragsflut geben würde, war uns bewusst. Umso mehr freuen wir uns über den regen Zuspruch aus den kirchlichen Verbänden. Sowohl im katholischen als auch im evangelischen Bereich gibt es noch eine Vielzahl von Chören, die durch die Auszeichnung mit der Zelter-Plakette für ihre in unserer Gesellschaft immens wichtige Arbeit geehrt werden könnten. Ich kann diese Chöre, die zumeist viel älter sind, als die geforderten 100 Jahre, nur ermutigen, im kommenden Jahr einen Antrag zu stellen."
 
Alle Informationen zu den Voraussetzungen und zum Verfahren zur Verleihung der Zelter-Plakette sowie Antragsformulare finden sich hier.